WWS-Strube präsentiert: „Meister/Schülerin. Beringer Altmann und Ute Berardinelli.“


Erdöl- und Erdgas-Museum in Twist

WWS-Strube präsentiert: „Meister/Schülerin. Beringer Altmann und Ute Berardinelli.“

02. November 2014 bis 28. Februar 2015

Beringer Altmann ist einer der bedeutendsten Maler und Grafiker des Emslandes. Zu seinen bekanntesten Schülerinnen zählt Ute Berardinelli. Nun präsentiert der Kulturdienstleister WWS-Strube erstmals eine gemeinsame Ausstellung von Meister und Schülerin.

Bei der Ausstellung im Erdöl- und Erdgas-Museum in Twist werden etwa 30 Werke der beiden Künstler gezeigt. Die Bandbreite der ausgewählten Gemälde und Skulpturen, die sowohl aus einer privaten Sammlung als auch aus dem Bestand der Beringer Altmann-Stiftung sowie von Ute Berardinelli stammen, zeigt die Entwicklung beider Maler über einen längeren Zeitraum. Den expressiven Maltechniken und dem pastosen Farbauftrag Beringer Altmanns und Ute Berardinellis wird ein großes Augenmerk geschenkt. Bilder von großer Eindringlichkeit werden die Besucher der Ausstellung in ihren Bann ziehen. Bei Beringer Altmann thematisiert die existenzielle Einsamkeit und innere Zerrissenheit des Menschen, dargestellt in Porträts, ebenso die Verlorenheit des Einzelnen in Menschengruppierungen, pointiert durch die Gesichtslosigkeit der dargestellten Personen und starke farbliche Kontraste. Ganz anders dagegen Ute Berardinelli: Sie betont in ihren Werken Lebensfreude und Bewegung, Tanz und Harmonie.

Beringer Altmann wurde am 5. April 1939 in Lingen in eine großbürgerliche Familie hineingeboren. Der Vater war Bankdirektor, die Mutter entstammte einem alten Schweizer Adelsgeschlecht. Altmanns Vater bestimmt nach der Schulzeit: „Du gehst zur Bank“, wo er auch bis zur Mitte der 1990er Jahre (bei der Volksbank in Lingen) tätig war. 1962 fing er jedoch an, nebenher zu zeichnen und zu malen. Anfang 1985 kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung mit dem Maler Bernd Hinzelmann. Altmann schrieb dazu: „Bernd Hinzelmann gab mir wichtige Impulse und stellte damit die Weichen für meinen weiteren Weg als Maler.“ Hinzelmann erkannte sein Talent, unterstützte ihn und empfahl, sein Leben selbstbestimmt zu führen. Daraufhin entschied sich Beringer in den 1990ern kein Geld mehr zu zählen, sondern sein Leben nur noch der Kunst zu widmen. Dabei besuchte er nie eine Kunsthochschule, sondern eignete sich sein Können autodidaktisch an. Der Emsländer fand einen ganz eigenen Stil und erregte durch mehrere lokale Ausstellungen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. 1987 wurde Altmann Mitglied im Bund Bildender Künstler Osnabrück-Emsland, seit 1990 engagierte er sich in der Gruppe „Freie Künstlergemeinschaft Grenzenlos eV.“. Seit 1994 wirkte er als Jurymitglied im Aufnahmeverfahren des Bundes Bildender Künstler für Niedersachsen (BBK). Neben seiner künstlerischen Tätigkeit gründete Beringer Altmann eine Stiftung zu Kunstförderung, die seinen Namen trägt. Beringer Altmann verstarb am 19. Dezember 2010 in Meppen, wo er seine letzten Lebensjahre zurückgezogen verbrachte.

Auch Ute Berardinelli zog als gelernte Industriekauffrau schon früh den künstlerisch kreativen Lebensstil einem bürgerlichen Dasein vor. Ihre Malereien forderten sehr bald den Raum, den sie nur als freie Künstlerin finden konnte. 1988 wurde sie Mitglied im Kunstkreis Meppen und begann mit experimentellem Arbeiten. Dort lernte sie auch ihren Lehrmeister Beringer Altmann kennen, der ihr ein guter Freund wurde und mit dem sie die Techniken der expressiven Malerei erschloss. Er empfahl ihr, mutiger mit verschiedenen Techniken zu experimentieren, bis sie schließlich auf eigenen Beinen stand. „Du musst nun selber entscheiden, ab wann ein Werk fertig ist“, zitiert sie ihren Lehrer. Berardinelli unterrichtet als Tanzpädagogin Ballett und hat es geschafft, in ihren Werken eine Verbindung damit aufzubauen. Das sieht man ihren Bildern nicht nur aufgrund des dynamischen Farbauftrags an, sondern auch am spannenden Bildaufbau und den Motiven. Sie lassen oft Umrisse Tanzender erahnen. Obwohl ihre Werke viel Bewegung ausstrahlen, wirken sie niemals unruhig, sondern stellen eine farblich-technisch harmonisierende Komposition dar.

www.erdoel-erdgas-museum-twist.de

www.wws-strube.de